Sie fragen – Prof. Dr. Gerngross antwortet

„In unsere Schule kommen nach und nach immer mehr Flüchtlingskinder aus verschiedenen Ländern. Macht es Sinn, dass diese nun – neben der deutschen Sprache – auch noch Englisch als Fremdsprache lernen?“

Da Grundschulkinder beim Lernen der Fremdsprache Anfänger sind, macht es sehr viel Sinn die Kinder mit anderer Muttersprache einzubeziehen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Flüchtlingskinder beim Lernen der Fremdsprache sehr motiviert sind, da sie sozusagen die gleiche Ausgangsbasis wie die anderen Kinder haben.

Wenn möglich, sollte der Englischunterricht nicht unmittelbar vor oder nach dem Deutschunterricht stattfinden, da es in einem solchen Fall für die Kinder, die das Deutsche und das Englische lernen, leicht zu Verwechslungen kommen kann.
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„Wie kann ich die Playway Postersets zur Differenzierung einsetzen?“

Die Playway Postersets sind ideal für die Erarbeitung differenzierter Aufgaben und werden meist in Freiarbeitsphasen, wie z.B. während der Wochenplanarbeit oder als Teil eines Lernzirkels eingesetzt.

Die Differenzierung erfolgt durch das Anbieten von Aufgaben verschiedenen Schwierigkeitsgrads. Bei einfachen Aufgaben zeichnen die Kinder, sie sagen einzelne Wörter, stellen einfache Fragen im Rahmen des Grundwortschatzes, während sie bei den komplexeren Aufgaben kleine Dialoge sprechen. Dabei kann auch ein erweiterter Wortschatz, der im Begleitheft angegeben ist, zur Anwendung kommen.

Ein Beispiel:
In Playway 3 Unit 8 wird das Poster Lunch time angeboten. Das Poster zeigt drei dinner ladies, die das Essen für Schulkinder in Uniform ausgeben. Einige Kinder essen bereits, andere holen sich gerade ihre Mahlzeit.

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Wie setze ich Playway in der Inklusion ein?“

Zu Beginn ein persönliches Beispiel einer Demonstrationsstunde in Niedersachsen. Ich fordere die Kinder zu Beginn auf, sich im Kreis aufzustellen und erzähle ihnen mehrmals die Geschichte The Lake aus Playway 2, die aus 9 Sätzen besteht. Ich verdeutliche den Sinn der Geschichte mit Hilfe von Mimik und Gestik und die Kinder imitieren mich. Dann hören die Kinder die Geschichte nochmals von der CD und zeigen auf die neun Bilder im Buch. Abschließend hören sie die Sätze in ungeordneter Reihenfolge und ordnen die jeweilige Nummer des Satzes dem richtigen Bild zu. Dabei machen die Kinder kaum Fehler, sie haben die Geschichte wirklich verstanden.
Im Anschluss erarbeite ich mit ihnen einen kleinen Dialog, der inhaltlich zur Geschichte passt.
Die Klassenlehrerin und die Schulleiterin waren von der Stunde begeistert, weil den zusehenden Kolleginnen und Kollegen die Kinder mit speziellem Förderbedarf nicht aufgefallen waren.
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„In meiner Lerngruppe befindet sich ein Kind, das eine Zeit lang in US-Amerika gelebt hat und dort eine amerikanische Einrichtung besucht hat, also fast ein native speaker. Wie kann ich dieses gemäß seiner Kompetenzen optimal fördern und fordern, damit es seine Lernfreude für die Fremdsprache erhält?“

 

Ich habe als Lehrer in der Grundschule zweimal einen native speaker in der Englischklasse gehabt. In beiden Fällen war ich besorgt, dass diesen Kindern nicht langweilig wird. Ich habe sie nach einigen Stunden und Wochen befragt und festgestellt, dass ihnen der Unterricht großen Spaß machte. Weiterlesen

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„Warum werden in Playway die Kurzformen verwendet?“

Die Kurzformen werden in allen internationalen Englischwerken verwendet, weil sie der natürlichen Sprachverwendung entsprechen.

I am Emma/ What is your name?/ It is pink – würde nicht nur unnatürlich klingen, sondern die Betonung läge auf den Wörtern „am“ und „is“ die der jeweilige Sprecher jedoch nicht beabsichtigt. Zwischen „I don’t like chips.“ und „I do not like chips.“ ist ein subtiler Unterschied. Weiterlesen

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„Ich habe einen autistischen Jungen in der Klasse, der überhaupt nicht sprechen mag. Wie kann ich ihn sinnvoll in den Unterricht einbinden?“

Wichtig ist, dass der Junge Zeit hat, sich an die neue Sprache zu gewöhnen und nicht gedrängt wird. Er wird bei den action stories mitmachen und eben nur im schriftlichen Bereich zeigen, wie weit er ist. Sie können ja immer wieder behutsam fragen, ob er denn bei einem Dialog oder Rollenspiel mitmachen kann. So könnte er dabei z. B. auch erst einmal eine stille „Statistenrolle“ übernehmen. Bei Kindern, für die Gruppenarbeit eine große Herausforderung bedeutet, sollte diese nicht verpflichtend sein. Sie können ihnen beispielsweise ermöglichen, Aufgaben individuell, schriftlich zu lösen, während die anderen Kinder in der Gruppe arbeiten. Im neuen Teacher’s Handbook des neue Playway finden sich Kopiervorlagen für Aufgaben, die nicht im Lehrbuch sind.

Herzlichst

Prof. Dr. Gerngross