Take the leap – with FROGGY! Authentic texts im Einsatz

Froggy_School_CoverKinderbücher im englischen Original im Unterricht einzusetzen, wird gerne empfohlen. Doch das Wie und Was liegen nicht immer auf der Hand.

Die richtige Lektüre für die eigene Klasse zu finden, ist das eine. Häufig müssen aber zunächst einige Zweifel überwunden werden: Werde ich die Kinder nicht überfordern? Muss ich nicht zu viel erklären? Schalten die Kinder ab, wenn sie Wörter nicht kennen? Bringt das wirklich so viel, wie es immer heißt?

Um es vorwegzunehmen: Ja, es bringt etwas. Vor allem, wenn man sich und besonders den Kindern vertraut und den Fokus universell auf (Fremd)Sprache und ihre Möglichkeiten der Kommunikation legt.

Zu abstrakt? Dann nehmen wir doch einmal Froggy goes to school.

„Froggy goes to school“ von Jonathan London ist nur eines aus einer Reihe von Kinderbüchern über den Frosch Froggy, der Kindern in britischen oder amerikanischen Preschools, aber eben auch deutschen Grundschulkindern Freude mit seinen einfachen und zugleich witzigen und groß bebilderten Geschichten macht.

Gehen wir einmal davon aus, dass Sie kein Storytelling betreiben wollen, sondern Ihrer Klasse die Geschichte „einfach“ vorlesen möchten. Dann machen Sie sich jetzt bitte locker. Im Ernst. Denn Englisch ist allein durch die Sprachmelodie schon wesentlich expressiver als Deutsch. Ein entsprechend lebendiger Vortrag trägt deshalb zum umfassenden Verständnis der Geschichte bei. Nicht unbedingt des einzelnen Wortes, nein, aber des Kerns der Sache.

Was ebenfalls zum Verständnis beiträgt, ist etwas, das jeder von uns automatisch macht, wenn wir eine Geschichte hören: Wir treffen Vorhersagen.

Deshalb ist Making predictions eine gute Methode, die Kinder zu involvieren.

Dabei geht es nicht um richtige Lösungen, sondern um den Spaß am Mit„spinnen“. Dies kann auf Englisch geschehen – im Satz oder auch als einzelnes Wort – oder auf Deutsch. In diesem Fall können Sie anregen, dass das Gesagte von anderen Kindern ins Englische übertragen wird, soweit möglich. Machen Kinder Fehler in den Sätzen, korrigieren Sie nur, indem Sie das Gesagte einfach richtig wiederholen, ohne in diesem Moment näher darauf einzugehen.

Hier einmal drei Stellen aus dem Buch, die sich für Vorhersagen anbieten:

Froggy_Predictions1Froggy hat gerade noch den Schulbus erwischt, doch als er beim Fahrer anlangt, lachen alle (“… everybody laughed”) – Why? What do you think? (Auf dem Bild ist Froggy in Unterhose zu sehen, auf der folgenden Seite wird dies noch deutlicher.)

 

 

Wir sehen einen großen Frosch mit Tasse. Dazu heißt es: Froggy_Predictions2“‘Froooggyy!’ called his teacher. – Wha-a-a-t? – But it wasn’t his teacher.” – Who was it? –
(Lösung: His dad/father.) – So what happened? – (mögliche Antworten: Er hat einen Traum. – He has a dream/It is a dream.; gegebenenfalls kann die Illustration der nächsten Seite als Tipp hinzugenommen werden, ohne Vorzulesen.)

 

Mr Mugwort schaut böse um die Ecke ins Klassenzimmer, Froggy_Prediction3
als Froggy laut singt. – Who is this? (mögliche Antworten: a teacher – a dad – der Direktor = Lösung: Yes, very good, the principal.) – What happens next? – (mögliche Antworten: Er schimpft – He says quiet!; Lösung: Er tanzt mit/lernt „schwimmen“.)

 

Englisch ist nur durch die Sprachmelodie sehr expressiv. Es enthält zudem viele onomatopoetische Elemente, die sehr eindrücklich sind und das Vermitteln der Fremdsprache unterstützen. Außerdem macht die Lautmalerei Spaß und öffnet den Unterricht hin zum kreativen Umgang mit Sprache.

Suchen Sie mit den Kindern diese Ausdrücke im Buch und finden Sie Entsprechungen im Deutschen. Diese Arbeit eignet sich auch sehr gut für Kleingruppen, denn bei „Froggy“ finden sich verschiedene Gruppen von onomatopoetischen Elementen.

Onomatopoetische Ausdrücke:Froggy_Onomatopoeia
flop, flop, flop (Froschsprung)
zip, zoop, zup / zut, zut, zut, zat (Anziehgeräusche)
plop (Umfallen)
clap, clap – clap, clap, clap (Händeklatschen)
bubble bubble (Gluckern)
toot toot (Eisenbahn)

Interjektionen:
Oops (Ausdruck der Verlegenheit/Scham)
Hmmmm (Nachdenken)

Auch Verben haben im Englischen gelegentlich fast lautmalerische Qualität. Probieren Sie es einmal aus und versuchen Sie gemeinsam mit den Kindern herauszufinden, was die folgenden Verben bedeuten könnten. Seien Sie expressiv!

hop – flop – yell – hiss – rub – hush – squirm – clap – glare

Sind die Kinder mit der Geschichte „Froggy goes to school“ vertraut, bietet sich auch das Nachspielen als Interaktion an. Im Acting übernehmen einzelne Schülerinnen und Schüler die Rollen aus der Geschichte und stellen dar, was parallel erzählt wird. Dabei sollte angeregt werden, einzelne Sätze selbst zu sagen.

Bei allen drei vorgestellten Vorgehensweisen mit Originallektüre – Making prediction, Lautmalerei, Acting – gibt es Möglichkeiten der Binnendifferenzierung und des Von-Einander-Lernens:

  • Vorhersagen können auf Deutsch oder Englisch, im Satz oder als einzelnes Wort, in der Übersetzung durch ein anderes Kind getroffen werden.
  • Onomatopoetische Elemente können gesucht, Entsprechungen im Deutschen gefunden oder erfunden werden und sie können (expressiv) ausgesprochen und im Weiteren angewandt werden.
  • Im Rollenspiel gibt es die Möglichkeit der Pantomime, die voraussetzt, dass Gehörtes verstanden wurde, oder des aktiven Spiels, inklusive des Sprechens; des Weiteren kann ein Kind spielen, ein anderes für dieses Kind sprechen.

Und dies sind nur drei Einsatzmöglichkeiten von Kinderbüchern im englischen Original.
Wagen Sie den Sprung – Sie werden sich bald wie der Frosch im Wasser fühlen!

 

 

 

 

 

 

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